Wenn es ein Secondhand-Hund sein soll

Spielen Sie mit dem Gedanken sich einen Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz zu holen? Oder wollen Sie einen Hund von einem Vorbesitzer übernehmen? Die Entscheidung, einen Hund aus zweiter Hand aufzunehmen, will gut überlegt sein. Sie sollten sich zuvor genau informieren, was alles auf Sie zukommen kann. Es gibt gute Ratgeberbücher über Hunde mit Vergangenheit. Der Tierschutzbund hat die Broschüre „Ein Hund aus zweiter Hand“ herausgegeben. Sie liefert Tipps und Infos und kann im Internet bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. Machen Sie sich auf jeden Fall vorher schlau, bevor Sie Ihren Hund holen.

Anders als Welpen vom Züchter bringen Secondhand-Hunde eine individuelle Vorgeschichte mit. Ihre Vergangenheit hat sie vorgeprägt. Halter von Secondhand-Hunden brauchen ein besonderes Know-how, um ihren neuen Mitbewohner einzugewöhnen, eine Bindung aufzubauen und mit Verhaltensauffälligkeiten umzugehen. Gute Vorbereitung hilft, um bei bestimmten Problemen angemessen reagieren zu können. Seien Sie gerüstet, um die Probleme Ihres Hundes zu verstehen und mit Geduld lösen zu können. Viele Hunde aus dem Tierheim oder Tierschutz haben Vernachlässigung oder Misshandlungen erlebt und sind entsprechend fehlgeprägt.

Die meisten Menschen, die einen Hund mit Vorgeschichte aufnehmen, meinen es gut. Sie haben Mitleid und wollen helfen. Doch manchmal läuft dann alles schief. Die neuen Besitzer machen Fehler. Tierschutzhunde aus dem Ausland kennen oft gar nichts, sind vielleicht sehr lieb, aber reine Angsthunde. Es ist sehr hilfreich, das Vorleben seines neuen Hundes zu kennen. Man kann spezielle Übungen für Secondhand-Hunde mit Problemen machen. Tipps bekommen Sie vom Tierheim oder Tierschutzverein, von seriösen Hundetrainern und Ratgeberbüchern. Nehmen Sie nur einen Hund auf, der zu Ihnen passt. Umgekehrt sollten auch Sie zum Hund passen. Besonders wenn Sie Kinder haben, ist Vorsicht geboten. Sicher gibt es aber auch unproblematischere und kinderverträgliche Secondhand-Hunde.

Selbst Hundefreunde mit Erfahrung, die bisher Rassehunde vom Züchter hatten, müssen viel lernen. Ein Hund mit Vergangenheit stellt sie vor neue Probleme, die sie bisher nicht kannten. So manche Hundehalter stoßen an ihre Grenzen. Probleme, mit denen zu rechnen ist, sind z. B. Angstverhalten, Futteraggression, extremes Jagdverhalten, Mobbing unter Hunden, Parasiten und Unterernährung.

Zu Anfang müssen Sie Ihren Secondhand-Hund richtig kennenlernen. Erstellen Sie mit Hilfe von Tierheim und Tierarzt eine Checkliste über sein Vorleben, seine besonderen Eigenschaften, seine Probleme und seinen Gesundheitszustand. Das Tierheim sollte alle Wesensmerkmale ausfüllen: Ist der Abgabehund

  • gelassen,
  • ängstlich,
  • sehr temperamentvoll,
  • lebhaft,
  • besonnen,
  • misstrauisch,
  • fröhlich,
  • aufgeschlossen,
  • stürmisch,
  • frech,
  • freundlich,
  • verschmust,
  • ernsthaft,
  • zurückhaltend,
  • ruhig,
  • lauffreudig,
  • heikel beim fressen,
  • bellfreudig,
  • schweigsam,
  • verfressen,
  • friedlich,
  • wachsam,
  • leicht erregbar,
  • sportlich,
  • bei gutem Appetit?

Bringen Sie alles über sein Sozialverhalten in Erfahrung: Ist er

  • lieb zu Kleinkindern,
  • lieb zu Jugendlichen,
  • Fremden gegenüber freundlich,
  • freundlich zu Artgenossen gleichen Geschlechts,
  • des Gegengeschlechts,
  • freundlich zu Welpen,
  • freundlich zu Katzen,
  • neigt er zum Wildern,
  • liebt er Wasser,
  • kennt er die Großstadt,
  • kann er im Auto fahren,
  • allein gelassen werden,
  • hat er ein Wesenstest-Zertifikat?

Fragen Sie nach seinem Erziehungsstand: Ist er

  • leinenführig,
  • kommt er auf Zuruf,
  • geht er bei Fuß,
  • kennt er die Kommandos Sitz, Platz, Bleib,
  • hat er eine Grundausbildung?

Je mehr Sie wissen, umso besser. Zeigen Sie Ihrem neuen Mitbewohner gleich in den ersten Tagen die wichtigsten Regeln Ihres künftigen Zusammenlebens. Seien Sie von Anfang an und immer konsequent. Sie können die Eingewöhnung mit positiver Verstärkung wie Leckerchen angenehm gestalten. Geben Sie aber nicht auf, falls Sie mit Ihrem Hund nicht klarkommen. Holen Sie sich dann Rat bei einem erfahrenen Hundetrainer.